Was ist Thermoselect?

Handelt es sich um ein thermisches Recyclingverfahren?

Beim Thermoselect handelt es sich um ein thermisches Verfahren im Bereich Recycling, das beispielsweise von der Fa. Thermoselect S. A. In Locarno angeboten wurde.

In einem ersten Schritt wird dabei der Müll in einer Abfallpresse verdichtet, wodurch ein schubsteifes Abfallpaket entsteht.

Das Müllpaket wird direkt in einen angeschlossenen, beheizbaren Entgasungskanal geschoben, von dem es, ohne Unterbrechungen in einen Hochtemperaturreaktor gelangt.

Werden chlorierte Kohlenwasserstoffe sicher zerstört?

Unter Zugabe von technisch reinem Sauerstoff werden die organischen Bestandteile des Abfalls vergast, wobei Temperaturen von 1200° bis zu 2000° C erreicht werden. Damit laufen  Stoffumwandlungen mit hoher Geschwindigkeit ab.

Damit chlorierte Kohlenwasserstoffe wie Dioxine und Furane sowie andere organische Verbindungen sicher zerstört werden, müssen  Temperaturen von über 1200 °C und eine Verweilzeit von mindestens 2 Sekunden erreicht werden.

Endergebnisse des Abfalls sind feste, verwertbare Produkte wie z.B. ein inertes mineralisches Granulat und Synthesegas.

Das Synthesgas, kann zur verstromten oder zur chemischen Synthese genutzt und wieder dem Kreislauf zugeführt werden. Die Thermoselect-Technologie kann ohne Luftemissionen arbeiten,  wenn es das Synthesgas an ein nahegelegenes Kraftwerk abgibt, in dem es fossile Brennstoffe ersetzt.

Wo wird Thermoselect in der Praxis eingesetzt ?

In Deutschland wurde im Jahr 1999 ein Betrieb mit dem thermischen Verfahren eröffnet. Im Jahr 2004 aufgrund technischer Probleme jedoch geschlossen.

In Japan wurde im Jahr 1999 ebenfalls die erste Anlage mit Thermoselect-Technologie in Betrieb genommen. Derzeit gibt es in Japan sieben Anlagen mit Thermoselect-Verfahren. Verwendet werden Industrie-, Hausmüll wie auch gemischte Fraktionen.

In Amerika wurde das Thermoselect-Verfahren an Interstate Waste Technology lizenziert. Die umweltfreundliche Thermoselect Technologie ist bei mehreren, grossen Städten auf Interesse, aufgrund des stets steigenden Müllproblems, gestossen.

 

This entry was posted in News and tagged . Bookmark the permalink.

Comments are closed.